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Kirchliches Gedenken an Zerstörung Dresdens

Zum 73. Mal jährt sich der Jahrestag der Zerstörung Dresdens am Dienstag, 13. Februar.
Stiftung Frauenkirche/Bistum DD-MEI
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Dresden Frauenkirche Gedenken
© Pixaline/Pixabay

Aus Anlass des Gedenkens an die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg lädt auch die Frauenkirche ein, sich Kriegsleid bewusst zu machen und für Frieden und Versöhnung einzutreten.

»Aus dem Rückblick erwächst unsere Verantwortung für die Zukunft. Er mahnt, wachsam zu sein«, erklärt Frauenkirchenpfarrerin Angelika Behnke. »Der 13. Februar ist deshalb für uns sowohl ein Tag des Erinnerns als auch des Weitens unserer Blicke.«

Verschiedene Angebote in und an der Frauenkirche greifen das im zeitlichen Umfeld des Dresdner Gedenktages auf. Bereits am Vorabend des 13. Februar findet eine Andacht statt, in die Zeitzeugenerinnerungen an die Angriffe auf Dresden eingeflochten sind. Sie beginnt 18 Uhr. Am Tag selbst ist die Frauenkirche von morgens bis in die Nacht Ort des mahnenden Gedenkens. Ab 10 Uhr steht die Kirche offen, um 12 und im Anschluss an die Menschenkette um 18 Uhr finden Friedensandachten statt, die mit der Versöhnungsliturgie aus Coventry gestaltet sind.

Stilles Gedenken an der Frauenkirche

Von 15 bis 22 Uhr ist Raum für stilles Gedenken vor der Frauenkirche. Die Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e. V. hält weiße Kerzen bereit, die u. a. auf einer eigens vorbereiteten Installationsfläche in der Nähe des Luther-Denkmals aufgestellt werden können. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sind vor Ort und haben ein offenes Ohr für ein persönliches Gespräch.

18:15 Uhr beginnt zudem der durch die Fördergesellschaft organisierte »Dresdner Gedenkweg – unterwegs zur Versöhnung«. Er beginnt im Innenhof der Synagoge am Hasenberg. »Er führt über mehrere Stationen an ausgewählte Orte, die in Dresden an die Schuld und das Leid der Deutschen im Zweiten Weltkrieg sowie an die Zerstörungen in der Nachkriegszeit erinnern«, erklärt Dr. Hans-Joachim Jäger, Geschäftsführer der Fördergesellschaft. »Zugleich thematisiert er aber auch den Hoffnung vermittelnden Wiederaufbau in der Stadt und den Wunsch der Menschen zur Versöhnung.« Textlesungen u. a. von Stephanie Atanasov, Ludwig Güttler, OLKR i. R. Harald Bretschneider und Anthony Sheridan vom Dresden Trust leisten einen eigenen Beitrag wider das Vergessen.

Thematische Impulse zur Nacht der Stille

Unter dem biblischen Leitmotiv »Wer Ohren hat zu hören, der höre!« (Markus 4,23) öffnet die Frauenkirche ab 22 Uhr zur Nacht der Stille. Sie schließt sich traditionell an das gemeinsame Geläut aller Dresdner Kirchenglocken an. Über den Eingang F steigen die Besucher zunächst in die Unterkirche hinab, wo sie Cellomusik und thematische Texte erwarten.

Im dunklen Hauptraum wird es zu gleicher Zeit einen steten Wechsel aus Klang und Stille geben. Fürbittgebete werden gesprochen, Chor- und Orgelmusik erklingt und erstmals erfüllen auch meditative Taizé-Gesänge den Kirchraum. Immer wieder wird es aber gänzlich ruhig werden. »Damit laden wir die Besucher ein, in die Stille hineinzuhören, innezuhalten und zu reflektieren«, so Behnke. Wer mag, kann ein Gebetslicht vor der Chorbalustrade aufstellen.

Gestaltet wird die Nacht der Stille durch die Evangelische Jugend Dresden sowie musikalisch durch den Cellisten Christoph Uschner, Frauenkirchenorganist Samuel Kummer und durch Sängerinnen und Sänger des Chores der Frauenkirche unter Leitung von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert.

Musikalisches Gedenken

Am Tag, an dem sich der Einsturz der Frauenkirche jährt, findet zudem ein besonderes Konzert statt. Unter der Leitung von Philippe Herreweghe führt die Sächsische Staatskapelle Dresden am 15. Februar Johann Sebastian Bachs »Johannespassion« auf. Die renommierten Solisten Maximilian Schmitt, Krešimir Stražanac, Dorothee Mields, Damien Guillon, Robin Tritschler und Peter Kooij sowie das Collegium Vocale Gent werden diese Aufführung zu einem eindringlichen Erlebnis machen. Tickets zwischen 17 und 62 EUR sind über den Ticketservice der Semperoper erhältlich.

Den traditionellen Gedenkgottesdienst zu diesem Anlass in der Dresdner Kathedrale, dessen Tradition bis in das Jahr 1946 zurückreicht, feiert der katholische Bischof Heinrich Timmerevers um 18.30 Uhr. Der Gottesdienst ist den Opfern des 13. Februar 1945 und aller Gewalt geweiht. Die Messfeier beginnt dabei jeweils zunächst in der Gedächtniskapelle der Kathedrale, deren Gestaltung mahnend an die Opfer von Krieg und Zerstörung erinnert.

Der Dresdner Bildhauer Friedrich Press (1904-1990) schuf dafür mit der Schmerzensmutter, die ihren toten Sohn auf dem Schoß hält, ein beeindruckendes Mahnmal millionenfachen Leids. Der frei im Raum stehende Blockaltar zeigt am unteren Rand Totenköpfe, aus denen Feuerflammen schlagen. Friedrich Press, zu dessen Hauptwerk Altar und Pieta gehören, schuf beides aus Meißener Porzellan. In diesem edlen Material passt sich das aufrüttelnde Werk dem barocken Stil der Kirche an. An den Wänden der Gedächtniskapelle sind 52 Namen von Priestern des Bistums verzeichnet, die in der Zeit nationalsozialistischer Diktatur zwischen 1933 und 1945 verfolgt und eingekerkert wurden.

Ökumenischer Friedensgottesdienst um 20.30 Uhr in der Kathedrale

Um 20.30 Uhr wird dann zum jährlichen Ökumenischen Gottesdienst aus Anlass des 13. Februar eingeladen, der in diesem Jahr ebenfalls in der Kathedrale gefeiert wird. Die Predigt hält Superintendent Albrecht Nollau vom Kirchenbezirk Dresden-Nord. Daneben feiern den Gottesdienst der katholische Dompfarrer Norbert Büchner und die Pastoren Werner Philipp von der Evangelisch-Methodistischen Kirche und Alexander Neufeld von der Evangelisch-mennonitischen Freikirche Dresden sowie Elisabeth Naendorf vom Ökumenischen Informationszentrum Dresden und der Stadtökumenekreis mit. Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst vom Kammerchor der Frauenkirche unter Leitung von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert sowie Domorganist Johannes Trümpler an der Silbermannorgel. Seit den achtziger Jahren findet am 13. Februar jeweils um 20.30 Uhr ein Ökumenischer Friedensgottesdienst statt – abwechselnd in der Kreuzkirche und in der Kathedrale. Er mündet ins Glockengeläut aller Dresdner Kirchen um 21.45 Uhr, dem Zeitpunkt des damaligen Fliegeralarms.

Vortrag zum Thema Erinnerungskultur am Vorabend des 13. Februar

Bereits am Montagabend, 12. Februar, lädt das Kathedralforum Dresden um 19 Uhr ins Haus der Kathedrale (Schloßstr. 24) zu einem Vortrag mit Guy Band aus Jerusalem ein. Guy Band ist Landesbeauftragter der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in Israel. Das Thema des Abends lautet »Erinnerung als gesellschaftliches Gebot? Vom Umgang der israelischen Gesellschaft mit der Shoah«.

Zum Inhalt des Abends schreiben die Veranstalter: Der Erinnerung Raum zu geben, ist heute angesichts wachsender Tendenzen zur Geschichtsverdrängung besonders notwendig. Die Erinnerungskultur zum 13. Februar in Dresden führt dies jedes Jahr vor Augen. Angesichts ihrer Traditionen können gerade die Religionen wichtige Impulse für ein gelungenes Erinnern bieten. Beispielhaft verbindet die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) in Israel Erinnerung mit praktischer Arbeit über religiöse und kulturelle Grenzen hinweg. Unter anderem entsendet sie deutsche Freiwillige nach Israel und israelische Freiwillige nach Deutschland und organisiert Begegnungsprogramme für Azubis sowie deutsch-israelischen Jugendaustausch. Dabei lernen die Teilnehmenden die Erinnerungskulturen in Deutschland und Israel kennen.

Die Veranstaltung der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen findet statt in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und wird gefördert im Rahmen des Landesprogramms »Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz«.

Ausgewählte Angebote zum Dresdner Gedenken in der Frauenkirche:

Montag, 12. Februar 2018
18 Uhr Friedensandacht mit Zeitzeugen

Dienstag, 13. Februar 2018
10–12 Uhr Offene Kirche
12–13 Uhr Friedensandacht mit Versöhnungsliturgie aus Coventry und Kirchenführung
13–18 Uhr Offene Kirche
15–22 Uhr Stilles Gedenken an der Frauenkirche
18.00 Uhr Schließen der Menschenkette
18.10 Uhr Friedensandacht mit Versöhnungsliturgie aus Coventry und Kirchenführung
18.15 Uhr Dresdner Gedenkweg*
21.45 Uhr Geläut aller Dresdner Kirchenglocken
ab 22 Uhr Nacht der Stille

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19 Lesermeinungen zu Kirchliches Gedenken an Zerstörung Dresdens
Birkner schreibt:
06. Februar 2018, 18:09

wenn ich das Datum 13.2 sehe, dann denke ich an meinen Onkel Ernst. Er wurde am 13.2.1923 geboren.
Seit dem 21.11.1941 gilt er vermisst, in Russland. Eine verbrecherische Regierung hatte ihm in den Krieg gezwungen. Am Ende wurden weite Teile Deutschlands zerstört und die Menschen mussten im Osten aus ihrer Heimat flüchten. Ich kann deshalb nicht verstehen, wenn wir heute wieder Soldaten an die Grenze Russlands schicken und dieses Land bedrohen. Hat nicht die Sowjetunion die Hauptlast des Krieges gegen Hitler getragen, haben sie uns nicht die deutsche Einheit ermöglicht? Ich bin beschämt
über die Hetze die von unseren Medien und unseren Politikern gegen dieses Land vorgetragen werden.

L. Schuster schreibt:
07. Februar 2018, 14:46

Lieber Herr Birkner,
ich wüsste keine Politiker der gegen des Land Russland hetzt, kritisiert wird Präsident Putin.
Das Land als solches, wird doch politisch nur auf sehr hoher Ebene, wie bei UN-Versammlungen angesprochen. Wie bei UN-Resolutionen z.B. über die Verletzung von Menschenrechten durch die Regierenden in Nordkorea oder über der Untersuchung der Giftgasangriffe in Syrien, wo es hieß Russland stimmte nicht zu.
Im politischen oder auch gesellschaftlichen wie auch kirchlichen alltäglichen Sprachgebrauch ein Land als solches anzusprechen ist oft falsch. Bei z.B. sportlichen Meisterschaften ist das Land problemlos ansprechen, jedoch wenn manche sagen "Deutschland ist schuld an der Flüchtlingskrise" ist das falsch, sondern es sind die Politiker wie Merkel (und die haben bestimmt nicht alle gewählt). Wo ein Oxford-Migrationsforscher auch schrieb, "die vielen Flüchtlingstoden im Mittelmeer habe vor allen Deutschland zu verantworten" ist das falsch, wenn überhaupt dann doch Merkel.

Birkner schreibt:
07. Februar 2018, 19:01

Lieber Herr Schuster, seit dem Irakkrieg glaube ich den westlichen Medien und den USA nur das, was mir logisch erscheint. Und wenn ich ein Russe wäre, dann würde ich das Vordringen der Nato immer weiter nach Osten als Bedrohung empfinden. Die Truppen der Nato stehen weiter östlich als die damalige Wehrmacht vor Beginn des Krieges gegen Russland. Putin hat dem Westen mehrfach Angebote zur Zusammenarbeit auf wirtschafstlichen als auch militärischen Gebiet gegeben. Er wurde
hochmütig abgewiesen. Dabei wäre es doch für Europa und Deutschland von großem Vorteil ewesen,
wenn es hier zu einer konstruktiven Zusammenarbeit gekommen wäre. Aber nein, man fand an Putins Politik immer etwas auszusetzen. Dabei frage ich mich, wer den Nahen Osten in Brand gesteckt hat. Wer hat die Katastrophe in der Ukraine ausgelöst? Ich sehe nur Leid für die Menschen.
Glauben Sie nicht, dass ich ein Anhänger des untergegangenen Systems bin. Ich bin nicht Jugendgeweiht und mir wurde auch ein Studium verwehrt, da ich nicht bereit war in die SED oder einer ihrer Blockparteien einzureten. Aber alte Vorurteile weiter zu bedienen ist genau so schlimm.

Gert Flessing schreibt:
07. Februar 2018, 10:44

Ich bin nicht davon überzeugt, das wir Russland bedrohen. Die Bundeswehr hat wirklich nichts bedrohliches an sich. Sie ist ja kaum einsatzfähig.
Bedroht fühlen sich die baltischen Staaten. Was wir dort hin entsenden kann nicht mehr sein, als eine moralische Unterstützung.
Natürlich haben die Russen, wenn es um die Menschen geht, die militärisch aufgeboten wurden, die Hauptlast des WWII getragen. Aber sie waren es nicht allein. Ohne das Material der Amerikaner, bis hin zu Büchsenfleisch, wäre es wohl nichts geworden.
Wenn ich an das Datum 13.2. denke, denke ich an das, was mir Menschen erzählten, die Dresden brennen sahen und die, in meinen Augen, sehr falsche militärische Strategie des Einsatzes der Luftwaffe, um die Moral der Bevölkerung zu brechen, indem man deren Infrastruktur zerstört.
Was damals in Dresden geschah, geschah später in Vietnam und im Irak und jetzt in Syrien.
Ich wünsche mir sehr viel Nachdenklichkeit und Gebete um Versöhnung und Frieden an diesem Tag.
Gert Flessing

Birkner schreibt:
07. Februar 2018, 19:04

Lieber Herr Flessing, seit dem Irakkrieg glaube ich den westlichen Medien und den USA nur das, was mir logisch erscheint. Und wenn ich ein Russe wäre, dann würde ich das Vordringen der Nato immer weiter nach Osten als Bedrohung empfinden. Die Truppen der Nato stehen weiter östlich als die damalige Wehrmacht vor Beginn des Krieges gegen Russland. Putin hat dem Westen mehrfach Angebote zur Zusammenarbeit auf wirtschafstlichen als auch militärischen Gebiet gegeben. Er wurde
hochmütig abgewiesen. Dabei wäre es doch für Europa und Deutschland von großem Vorteil ewesen,
wenn es hier zu einer konstruktiven Zusammenarbeit gekommen wäre. Aber nein, man fand an Putins Politik immer etwas auszusetzen. Dabei frage ich mich, wer den Nahen Osten in Brand gesteckt hat. Wer hat die Katastrophe in der Ukraine ausgelöst? Ich sehe nur Leid für die Menschen.
Glauben Sie nicht, dass ich ein Anhänger des untergegangenen Systems bin. Ich bin nicht Jugendgeweiht und mir wurde auch ein Studium verwehrt, da ich nicht bereit war in die SED oder einer ihrer Blockparteien einzureten. Aber alte Vorurteile weiter zu bedienen ist genau so schlimm.

Gert Flessing schreibt:
08. Februar 2018, 8:43

Ich möchte Ihnen nicht wirklich widersprechen.
Auch ich bin der Meinung, das es für Europa nicht schlecht wäre, sich von den USA zu lösen und bessere Beziehungen zu Russland aufzubauen.
Es würde unserer Wirtschaft nicht schaden.
Dennoch steht außer Frage, das gerade das Baltikum schwere Bedenken, im Blick auf die russische Politik hegt. Das ist nicht zuletzt der versuchten Russifizierung durch die ehemalige SU zu danken.
Die Ukraine ist ein Kapitel für sich. Da sollte die EU sehr vorsichtig sein.
Letztlich geht es jedoch um das Gedenken an die Bombardierung Dresdens. An der hatten die Russen nun wirklich keinen Anteil.
Dieses Kriegsverbrechen, denn das ist es nach allen Ordnungen, wie der Haager Landkriegsordnung, gewesen, geht allein auf die Kappe der Westalliierten und der, bis heute wirksamen Luftkriegsdoktrin.
Ein bisschen so nach der alten Devise: "Tötet sie doch alle, der Herr wird die seinen schon erkennen."
Gert Flessing

T. Kramer schreibt:
09. Februar 2018, 10:28

Ich allerdings möchte Ihnen widersprechen, sehr geehrter Herr Flessing, weil das einfach nicht korrekt ist. Die Haager Landkriegsordnung von 1899 bzw. 1906 erfasst die Luftkriegsführung aus naheliegenden Gründen gar nicht. Diesbezügliche Regelungen sind auch später nicht in Kraft getreten. Sollten Sie auf Artikel 25 bzw. 27 insistieren, die den Kriegswaffengebrauch gegen unverteidigte zivile Einrichtungen regelt, so trifft genau das auf Dresden im Februar 1945 nicht zu.

Im Übrigen sind auch nicht die Westallierten allein verantwortlich für diese schreckliche Folge des Weltkrieges, sondern die Verbrecher, die 1939 einen Krieg entfesselt und über ganz Europa getragen und dabei so jedes nur mögliche und denkbare internationale Recht gebrochen haben, diejenigen die auch Guernica 1937, Wielun und Cziepielow 1939, London und Coventry 1940, Dnjepropetrowsk 1941, Paravolia 1941, Kefalonia 1943, Marzobotto 1944 usw. usf. angerichtet haben. Wer Wind sät, erntet halt den Sturm. Es sollten also Ursachensetzung und Folgen nicht so einfach miteinander vermengt werden.
Nur am Rande: So schlimm der Luftangriff auf Dresden und seine Folgen auch waren, so gewaltig wurde er bereits 1945 durch die Nazis überhöht und bis heute zu einem Mythos aufgebauscht. Andere Städte, wie bspw. Köln hatten deutlich mehr zu leiden und waren zu einem wesentlich höheren Grade zerstört, auch das gehört zu den Fakten.

Johannes schreibt:
09. Februar 2018, 15:11

Danke, T. Kramer, dass Sie den Mythos um Dresden wieder vom Kopf auf die Füße stellen. Zumal es, wie Sie sagen, auch heute Leute gibt, die die Weltkriegsschuld verharmlosen und den Holocaust, der diesselben Verursacher hatte, leugnen.
Johannes Lehnert

Gert Flessing schreibt:
09. Februar 2018, 20:17

Lieber Herr Lehnert,
warum denken Sie, wie manch anderer auch, das jemand, der sich der deutschen Opfer des Krieges erinnert und NICHT sofort relativiert, weil der Krieg ja von Deutschland ausging, das er etwas verharmlosen möchte?
In meinen Augen gibt es nicht zweierlei Maß, wenn es um Opfer geht.
Kein Mensch, der damals in Dresden in der Feuerhölle starb ist zurecht gestorben.
Keiner hat irgend ein Opfer, das deutsche Bomben forderten, aufgewogen.
Keiner, der je ein Bombardement von Zivilisten anordnete, auf welcher Seite er auch stand, ist ohne Schuld.
Warum bringen sie auch noch den Holocaust ins Gespräch? Um die Wucht der Argumente zu erhöhen, denn dieses Verbrechen, das, wie ein Monolith in der Geschichte steht, bringt schnell Menschen zum Schweigen.
Sehen Sie, jene Menschen, die Dresden er- und überlebt haben, sind schon fast nicht mehr da. Mir scheint, das die Relativierer nicht nur auf einer Seite zu finden sind.
Je mehr Zeit vergeht, je mehr kann man ja mit den Dingen spielen und sie dahin bringen, wo es jeweils opportun erscheint.
Gert Flessing

Johannes schreibt:
09. Februar 2018, 22:52

Lieber Herr Flessing,
warum drehen Sie mir die Worte im Mund herum? Ich hatte nicht geschrieben, " das jemand, der sich der deutschen Opfer des Krieges erinnert und NICHT sofort relativiert..., etwas verharmlosen möchte?"

Ich hatte angemerkt, dass es a u c h h e u t e Leute gibt, die die Weltkriegsschuld leugnen. Das ist etwas ganz anderes.

J.L.

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