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Diktatur ist nicht nur Vergangenheitsthema

Die frühere Bürgerrechtlerin Ulrike Poppe über DDR-Leid und Schutz der Demokratie
epd
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Ulrike Poppe
© LAkD/CC BY-SA 3.0 Wikipedia

Brandenburgs scheidende Aufarbeitungsbeauftragte Ulrike Poppe sieht die Aufarbeitung der DDR noch lange nicht abgeschlossen. Viele Menschen, die in der DDR Leid und Unrecht erlebt haben, lebten ja noch, sagte Poppe der »tageszeitung« (Samstag). Sie hätten einen Anspruch auf Rehabilitierung. Es müsse ihnen auch zukünftig geholfen werden, ihre Rechte durchzusetzen und sich durch diese komplizierten Verfahren hindurch zu finden.

Ein Beispiel sind laut Poppe die ehemaligen DDR-Heimkinder, für welche sie in ihrer Amtszeit eine Anlaufstelle einrichtete. Diese seien erst 25 Jahre nach der Wende zu Wort gekommen und öffentlich wahrgenommen worden. »Das hängt auch damit zusammen, dass diese Menschen oft keine Lobby haben«, sagte Poppe, die Ende August aus dem Amt scheiden wird.

Sie habe schon vor ihrer Zeit als Aufarbeitungsbeauftragte in der Evangelischen Akademie mehrere Versuche unternommen, zum Thema Heimerziehung in der DDR Tagungen zu organisieren. Aber es sei ihr nicht gelungen, weil es keine Wissenschaftler gab, die darüber gearbeitet haben. Und sie habe auch keine ehemaligen Erzieher gefunden, die zu sprechen bereit gewesen wären.

Diktatur sei ja nicht nur ein Vergangenheitsthema, sagte Poppe weiter. »Wir müssen uns immer wieder fragen, wie wir die Demokratie lebendig halten und schützen können.«

Die frühere DDR-Bürgerrechtlerin Ulrike Poppe war im Dezember 2009 vom Brandenburger Landtag zur ersten Aufarbeitungsbeauftragten des Landes gewählt worden. Nach ihrer sechsjährigen Amtszeit wurde sie im Dezember 2015 für eine weitere Amtszeit bis 2018 gewählt. Aus gesundheitlichen Gründen gibt sie das Amt aber Ende des Sommers vorzeitig auf.

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