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So ist Versöhnung

Schuld und Sühne: Am 27. Januar wird der NS-Opfer gedacht. Tiefes Leid kam von Deutschland über die Welt. Jürgen Moltmann beschreibt, wie er angesichts von Schuld Versöhnung erlebte.
Von Jürgen Moltmann
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Geste der Versöhnung: Helmut Kohl mit Francois Mitterand 1984 vor Kriegsgräbern in Verdun. © epd/Keystone/Keystone

Versöhnung habe ich selbst erlebt, als ich in einem Kriegsgefangenenlager nach dem Zweiten Weltkrieg saß und mich von Gott und der Welt verlassen fühlte. Ich wurde 1944 eingezogen, kam an die Front in Holland und wurde im Februar 1945 gefangen genommen. Das besondere Erlebnis, das mich völlig verwandelte, war die erste internationale Student Christian Mission Konferenz in Swanwick/Derby im Sommer 1947. Eine kleine Gruppe von deutschen Kriegsgefangenen wurde dazu eingeladen, und ich gehörte dazu. Wir kamen und trugen noch die Uniformen aus dem Krieg. Wir kamen mit Furcht und Zittern. Was sollten wir zu den Kriegsgräuel und zu den Massenmorden in den Konzentrationslagern sagen? Aber wir wurden als Brüder in Christus willkommen geheißen und eingeladen, mit den jungen Christen, die aus aller Welt – selbst aus Australien und Neuseeland – gekommen waren, zusammen zu essen und zu trinken, zu beten und zu singen. Wir hörten keine Anklagen, wir spürten keine Verachtung. So angenommen zu werden, war eine wunderbare Erfahrung. Zum ersten Mal erkannte ich im christlichen Glauben die große, versöhnende Kraft, die bis in die Politik hinein Maßstäbe setzt. Ich beschloss, Theologie zu studieren, Pfarrer zu werden und mein Leben dieser versöhnenden Macht Gottes hinzugeben.

Wie schafft Gott Versöhnung? Indem er »Sünden nicht zurechnet«, sondern vergibt. Wenn uns aus dem Geheimnis der Welt »Vergebung« und nicht Bestrafung entgegenkommt, wie können wir uns gegenseitig Schuld vorwerfen? Diejenigen leben im Einklang mit Gott und der Welt, die Schuld vergeben: Aber wie kann man Schuld vergeben, wenn Kränkung unser Herz erfüllt? Zu einer echten Entschuldigung gehört es, dass es einem »leid tut«, was man dem Anderen angetan hat oder schuldig geblieben ist. Man empfindet den Schmerz oder die Kränkung des Anderen nach und versetzt sich in ihn oder sie hinein. Die Demütigung, die man anderen bereitet hat, macht man durch diese Selbsterniedrigung zu seiner eigenen: »Es tut mir leid«. Mit der Bitte um Entschuldigung legt der Täter die Wiederherstellung seiner Selbstachtung in die Hände derer, die zu Opfern seiner Handlungen geworden sind. Jede Versöhung beginnt mit der Vergebung der Schuld. Dies ist das Königsrecht der Opfer. Für Versöhnung sind die Täter auf die Opfer angewiesen. Die Opfer stehen vor der Frage, ob sie das Böse, das ihnen angetan wurde, mit dem gleichen Bösen vergelten sollen oder das Böse, das sie erlitten haben, mit Gutem überwinden.

Vergebung von Schuld betrifft nicht nur die schuldiggewordenen Täter, sondern auch die Opfer. Die Vergebung macht sie frei vom Bösen und von den Tätern. Es hilft auch der Gesundung der Opfer, wenn sie den Tätern vergeben: Es befreit von Hass, von Scham und nicht zuletzt von der Fixierung auf die Täter. Die Vergebung der Schuld bedeutet für die Täter und die Opfer die Befreiung vom Bösen.

Versöhnung ist in allen menschlichen Beziehungen lebensnotwendig. Wir werden alle immer wieder aneinander schuldig, entweder durch das Böse, das wir uns antun, oder durch das Gute, das wir einander schuldig bleiben. Darum ist Schuld bekennen und vergeben und so Versöhnung schaffen, für unser Zusammenleben einfach notwendig. Um Versöhnung geht es auch politisch. Ich spreche als Deutscher von Deutschland nach der Nazidiktatur und nach dem Zweiten Weltkrieg, der von uns begonnen und im Osten mit völkervernichtender Härte geführt wurde. Ich spreche von Deutschland »nach Auschwitz« und habe Schuldbekenntnis und Bitte um Vergebung, Versöhnung und den Neuanfang im Blick.

Buchauszug aus: Achim Kuhn (Hg.): Kann ich damit leben? Prominente über Konflikt und Versöhnung. TVZ Zürich 2017. 

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112 Lesermeinungen zu So ist Versöhnung
Beobachter schreibt:
30. Januar 2018, 8:49

Wie meinen der Herr?

Johannes schreibt:
30. Januar 2018, 10:05

Das war eine Anerkennung!

Beobachter schreibt:
02. Februar 2018, 15:58

Der frühere israelische Minister und Operationsleiter des Mossad, Rafi Eitan, hat in einer Videobotschaft im Rahmen einer Veranstaltung der AfD-Fraktion gegen Judenhass am Donnerstag im Bundestag die deutsche Regierung aufgefordert, die Grenzen zu schließen und die muslimische Masseneinwanderung nach Europa zu stoppen.

Eitan, der als Operationsleiter Adolf Eichmann in Argentinien verhaftet hat, wünschte der AfD viel Erfolg und lobte den politischen Ansatz der AfD zur Sicherung der Grenzen.
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„Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen, dass Sie stark genug sein werden, um die Politik der offenen Grenzen zu beenden, die weitere Islamisierung Ihres Landes zu stoppen und Ihre Bürger vor Terrorismus und Verbrechen zu schützen. Sicherheit und Souveränität brauchen und wollen wir für unsere Länder. In Israel, in Deutschland, in Europa. Lassen Sie uns das zusammen tun“, sagte Eitan in der Videobotschaft.

Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass „die AfD nicht nur eine Alternative für Deutschland sein wird, sondern eine Alternative für Europa.“

Rabbiner Dr. Chaim Rozwaski, der von 1998 bis 2008 in der jüdischen Gemeinde in Berlin wirkte, berichtete der AfD über seine Erfahrungen mit judenfeindlichen Angriffen, die vor allem von jungen Muslimen ausgingen.

Johannes schreibt:
02. Februar 2018, 18:30

Warum geben Sie nie die Quellen Ihrer "Weisheit" an? Dieser Artikel ist wortwörtlich aus der "Politikarena" übernommen. Minister mussten schon wegen 10%, aus anderen Texten abgeschrieben, ihren Rücktritt erklären. Sie schmücken sich zu 100% mit fremden Federn...

Beobachter schreibt:
04. Februar 2018, 18:41

Lächeln! Habe nie behauptet, daß es meine Weisheit ist. Steht so (fast wortgleich) in vielen "Quellen", sogar in einigen staatlichen! Also, was regenm Sie sich auf?

Johannes schreibt:
04. Februar 2018, 22:04

Wieder eine leere Behauptung. Ich habe mir die Quellen angeschaut, wo diese Meldung fast wortgleich steht: Da sind alles Medien wir politikarena und ihresgleichen. Nennen Sie mir ein sog. "staatliches" Medium, das fast wortgleich diese Meldung bringt und ich bitte Sie untertänigst um Verzeihung. Bisher ist Ihre Meldung nur aus rechtsorientierten Medien so gekommen. Beweisen Sie das Gegenteil... J.L.

Manfred schreibt:
05. Februar 2018, 9:26

Lieber Johannes, ihre Aussage ist eigentlich schon sehr schlimm! >>>Nennen Sie mir ein sog. "staatliches" Medium<<< .
Ja, wir haben fast nur noch „staatliche Medien“, aber dies wurde in der Vergangenheit ständig bestritten!
Ob es sich um ein rechts- oder linksorientiertes Medium handelt, kann nur der Betrachter entscheiden.
Heute ist eine Person schon RECHTS, weil diese seine Heimat liebt.
Die andere Seite (die LINKE) behauptet, Heimat ist überall.
Ja, der politisch interessierte Mensch, muss sich heute bei nicht staatlichen Medien informieren, um den Durchblich zu haben.
Dafür gibt es sehr viele Quellen, sicher sind auch unseriöse dabei, aber dies ist bei den „staatlichen Medien“ auch der Fall.
Da gibt es eben Meldungen, mit sehr vielen Informationslücken und mit einer deutlichen politischen Grundeinstellung..

Beobachter schreibt:
06. Februar 2018, 8:42

Genauso ist es, lieber Manfred! Es geht aber noch viel weiter!
Da gibt es eben n i c h t n u r Meldungen, mit sehr vielen Informationslücken und mit einer deutlichen politischen Grundeinstellung, sondern immer wieder bewußte und gelenkte Falschmeldungen. Um nur ein Beispiel anzuführen, bei den Zahlen von Demonstrante werden die der kritischen Bevölkerung bis auf ein Drittel heruntergerechnet und die der kleinen verspenkten Trüppchen mit linksradikalen "Antifa"-Leuten und verhetzten Kindern aufgefüllten "Buntenbündnisse" mindestens verdoppelt (siehe Cottbus!)!

Karsten schreibt:
06. Februar 2018, 9:28

Ich versuch's noch einmal: Haaret dürfte nicht als "rechtsorientiert" gelten: https://www.haaretz.com/israel-news/.premium-ex-mossad-agent-who-capture...

Johannes schreibt:
29. Januar 2018, 15:59

Lieber Manfred, da kann ich gern aus dem-Lehrer-Nähkästchen plaudern: Schreibt ein Fünfzehnjähriger: "Jesus war ein dreckiger Jude. Deshalb hat man ihn auch gekreuzt!" - Hängt ein Dreizehnjähriger auf einem Arbeitsblatt zum Bürgerrechtskampf in den USA M.L. King an einen Galgen. - Sagt ein Fünfzehnjähriger im Unterricht: "Die Kanaken müsste man alle in ein großes Fass stecken, Benzin drüber gießen und abfackeln!" - Reicht Ihnen das als Belege für Antisemitismus, Rassenhass und Fremdenfeindlichkeit in den Köpfen von Jugendlichen? - Und woher kommt das? Glauben Sie, dass die Jungen sich das ausgedacht haben?
Mit freundlichem Gruß
Johannes Lehnert

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