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Mehr Moral in den Medien!

Von Stefan Seidel
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Es scheint so, als beginnt das neue Jahr so, wie das alte aufgehört hat: mit dem Aufheizen der gesellschaftlichen Krise. In der erst­en Januar-Ausgabe der Wochenzeitschrift »Der Spiegel« fand sich ein langer Beitrag unter dem Titel »Warum ehemalige Bürgerrechtler sich jetzt bei der AfD engagieren«. Darin werden verschiedene Dissidenten von einst porträtiert – und in die Nähe von Pegida und AfD gerückt. Auch Michael Beleites findet sich darunter. Der frühere sächsische Landesbeauftragte für die Stasiunterlagen wird dabei in die rechte Ecke gestellt – aufgrund seines Versuchs, die neuartigen Proteste zu verstehen. Und aufgrund eines Vortrages bei einer Burschenschaft. Doch weder der erwähnte Vortrag noch seine Äußerungen zu Pegida lassen den Schluss zu, den der »Spiegel«-Autor zieht: »Früher beriet er Greenpeace und die Grünen, jetzt verstrickt er sich immer weiter in seiner rechten Gedankenwelt.«

Nach Erscheinen des Artikels war die Aufregung groß. Beleites hatte ein neues Etikett. Er veröffentlichte eine Entgegnung: »Ich war nie Mitglied der AfD oder einer ihr nahestehenden Organisation und habe mich nie bei der AfD engagiert. Also in meinem Fall handelt es sich um eine Verleumdung auf der Grundlage einer gezielten Falschdarstellung.« Und weiter schreibt Beleites: »Ebenso unzutreffend und diffamierend ist die Unterstellung einer ›rechten Gedankenwelt‹.«

Es wird deutlich: so tragen Medien nicht zu einer konstruktiven Lösung der Gesellschaftskrise bei. Wollen sie noch eine demokratieförderliche Rolle spielen, sollten sie auf reißerische und verzerrende Darstellungen verzichten. Denn sonst spielen sie nur den Radikalen in die Hände. Es ist an der Zeit, dass in den Medien moralische Standards eingehalten werden.

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45 Lesermeinungen zu Mehr Moral in den Medien!
Beobachter schreibt:
28. Januar 2018, 16:14

Familie, Gott, Souveränität und Ablehnung der Massenimmigration
Die Premierminister von Ungarn, der Slowakei, der Tschechischen Republik und Polen haben sich am Freitag in Budapest getroffen, um Themen wie Migration, gemeinsame Verteidigung und Sicherheit zu diskutieren. Die sogenannte Visegrád-Gruppe (V4) scheint einen immer größeren Einfluss auf die Gangart der Brüsseler Eurokraten zu bekommen.

Der ungarische Premierminister stellte nach dem Treffen mit seinen Amtskollegen fest, dass die EU einen „neuen Plan“ benötige und über eine neue Allianz freier Nationen gesprochen werden müsse. Die mitteleuropäischen Mitgliedsstaaten wollen hierbei ein Mitspracherecht bei den Reformen der Union, so Orbán unmissverständlich. Die Visegrád-Gruppe berufe sich hierbei auf gemeinsame Werte in Bezug auf Familie, Gott, Souveränität und ihre Ablehnung der Massenimmigration nach Europa. Europa müsse aus einem „gemeinsamen Wörterbuch sprechen“. Die V4-Staaten sollten in der EU zudem nicht als „schwarze Schafe“ behandelt werden, verlangte der slowakische Premierminister Robert Fico. „Unsere Länder wollen keine Einwanderungsländer werden“, erklärte Orban in Abstimmung mit seinen Amtskollegen und fügte hinzu, dass die Visegrád-Staaten viele europäische Werte teilen. Sie sollten aber nicht in der EU bestraft werden, weil sie in der Flüchtlingspolitik andere Ansichten hätten als die anderen Mitgliedsländer.

Britta schreibt:
26. Januar 2018, 22:54

Es scheint, als ob es ein breites Spektrum an Zeitungen, Zeitschriften, Fernsehsendern gäbe. Jedoch kann man sich den Spaß machen und ergründen, in wessen Hand welches Medium ist und wird rasch auf gewisse Ansammlungen stoßen. Zudem sollte man sich mal fragen, wo die Nachrichten herkommen und wie sie aufbereitet werden. Da ist die Auswahl nämlich schon überhaupt nicht mehr so groß...

Gert Flessing schreibt:
30. Januar 2018, 14:49

Lieber Herr Schneider,
wir haben, wie Sie bemerken, ein breites Feld von Medien. Von der taz bis zur "Jungen Freiheit" ist das Angebot von Zeitungen gespannt.
Von den anderen medialen Gebieten nicht zu reden.
Aber wir haben ebenso, und das weiß ich aus manchen Gesprächen mit Menschen, die bei Medien arbeiten, einen sehr großen Anteil an Sympathisanten mit eher linkem Gedankengut. Auch das, was man so schön als politisch korrekte Sprache versteht, kommt eben aus diesem Lager.
Oh, das ist schon eine Meinungsmacht bei den Meinungsmachern.
Was nun freilich nicht bedeutet, das man nicht auch andere Meinungen findet, wenn man sucht.
Das diese dann sehr schnell, wie es ja auch mit der "Jungen Freiheit" geschieht, als rechts oder nazinah verschrien wird, steht auf einem anderen Blatt.
Auch ich wünsche mir, das Berichterstattung objektiv und nicht wertend geschieht. Wertung ist etwas fürs Feuilleton. Dann kann jeder Journalist gern "die Sau raus lassen" - wenn er es denn fein gedrechselt hinbekommt.
Es wäre auch nett, wenn, bei Vorfällen, das geschrieben würde, was wirklich geschehen ist, nicht das, was politisch angezeigt scheint, bis man - oft vom Internet, mehr erfährt.
Nun, mir ist schon klar, dass solche Wünsche meinerseits müßig sind.
Aber ich stehe damit vermutlich nicht allein da.
Gert Flessing

Beobachter schreibt:
30. Januar 2018, 16:58

Nein, damit stehst Du nicht allein. Gut, daß heute, anders als zu "ND"- und "Prawda"zeiten, das Internet gibt. Denn nicht jeder ist des Englischen so mächtig, daß man sich, wie unsere Eltern schon, beim "Lonsoner" informieren kann. Der berichtet, auch in der Presse, meistens schon gleich das, was bei uns noch eine Zeit vertuscht wird!
Aber, wie Du siehst, gibt es auch hier immer noch "ND"- und "Prawda"hörige!

Marcel Schneider schreibt:
31. Januar 2018, 11:56

Hallo Herr Flessing,
Ich halte unsere Medien für neutral. Mir ist noch nie eine "links Sympathie" bzw. Verhaltensweise aufgefallen. Ich lese wirklich sehr, sehr viel Zeitung, auch online.
Ich halte es auch für problematisch, sich ein linkes Feindbild aufzubauen, weil man dann selber in ein Klischeedenken gerät.
Ich Habe volles Vertrauen in unsere Medien und will diese, im Gegensatz zur AfD, nicht "entsiffen" - Originalton Marc Jongen, AfD.

Gert Flessing schreibt:
31. Januar 2018, 17:18

Lieber Herr Schneider,
auch ich lese Zeitungen. Unter anderem den Spiegel. Würden Sie Herrn Augstein nicht doch als "links" einstufen?
Wie steht es mit dem Focus?
Die "Freie Presse" ist meine Hauspostille, neben dem Sonntag. Da kenne ich einige Leute persönlich. Auch einige, die durchaus eher links sind.
Ich sage ja gar nicht, dass sie das nicht sein sollen.
Ich habe gewiss alles mögliche, nur kein linkes Feindbild. Selbst wenn ich mich auch auf militärische Belange verstehe, brauche ich so etwas nicht. (Mir sagte mal jemand, der es wissen muss, das man, auch in Krieg und Kampf, zwar einen Gegner haben sollte, aber keinen Feind.)
Jedes Feindbild ist problematisch. Nicht nur ein linkes.
Vertrauen in Medien? Nicht wirklich. Ich vertraue Gott.
Medien dienen der Information. Aber jede Information ist mit Vorsicht zu genießen. Denn sie ist durch den Filter irgend eines Gehirns geflossen. Wollte derjenige oder diejenige sich bei der Darstellung wichtig machen, den Chefredakteur beeindrucken...
Ich vertraue auch dem, was ich so im Internet, in den so beliebten "sozialen Medien" finde nicht. Das ist meist, wenn nicht zusammengstümpert, so doch durch die Tendenz dessen bestimmt, der es veröffentlicht.
Ich benutze Medien. Aber das beeinflusst mich nicht in meinem Urteil.
Gert Flessing

Manfred schreibt:
31. Januar 2018, 17:22

Nein, Herr Gert Flessing, SIE stehen nicht allein da.
Ihre Meinung über die Medien ist in allen Punkten auch die MEINIGE.
Eine Presse, die einheitlich (wie in der DDR) einen Presskodex benötigt (also einen Maulkorb für bestimmte Dinge), hat nichts mit einer freiheitlichen Presse etwas zu tun.
Lange Zeit wurde in verschiedenen „geprüften“ Foren gelöscht, was das Zeug hält.
Dies lässt bei verschiedenen Presseartikel ein klein wenig nach, obwohl nach meinem Empfinden die Diskutanten jetzt deutlicher werden!
In einer Zeit, wo jeder Computernutzer die Möglichkeit besitzt und sich auch andere Quellen suchen kann, sind derartige undemokratische Machenschaften zum Scheitern verurteilt.
Viele Dinge kommen dann ans Tageslicht, nur werden die Menschen dann aggressiver, weil sie sich berechtigter Weise verschaukelt fühlen.
Die Presse sitzt allerdings auch zwischen den Stühlen.
Einerseits sollte sie von verschiedenen Ereignissen (wahrheitsgemäß) berichten, aber sie müssen auch verkaufen.
Die Einheitspresse verliert sukzessive Kunden, aber den Regierenden möchten sie auch zur Seite stehen.
Wie soll sie sich verhalten?
Immer mehr Pressemitteilungen erscheinen mit dem Zusatz – Meinung -.
Das sind freie Journalisten, welche ihre Meinung kundtun.
Herr Fleischhauer ist so einer, der auch einmal vollkommen "anders" berichtet.
Die Sächsische Zeitung ist auch ab und zu sehr kritisch, weil… wir wissen schon, wie die letzte Wahl ausgegangen ist.

Beobachter schreibt:
31. Januar 2018, 18:36

Sehr gut beobachtet, lieber Manfred!
Man fragtsich schon, in welcher Welt Leute leben, die der Einheitspresse noch vertrauen? Sind die nur naiv, oder steckt mehr dahinter?

Hans schreibt:
05. Februar 2018, 8:45

Ja, lieber Manfred,
die "Presse setzt sich zwischen die Stühle" und das soll sie nicht! Die Presse muss auf einen eigenen Stuhl sitzen. Das ist ja das Problem, das tut sie nicht, jedenfalls nicht die öffentlich rechtlichen Medien, die ich bezahle und es sollten nicht jene tun die sich für unabhängig halten. Hier sollten sich die Zeitungsmacher in Klausur begeben und überlegen was sie wollen und vor allem aus welchem Antrieb sie angetreten sind Journalist zu werden. Für eine Kehrtwende wir es schwierig werden. Zum einen müssen sie klaren unabhängigen Journalismus betreiben zum anderen Vertrauen zurückgewinnen, letzteres halte ich für das Kernproblem. Von einem guten Schreibstil (DNN; Sächs. Zeitung (Morgenpost lässt Grüßen)) wollen wir hier gar nicht reden.
Das Ziel muss ein Meinungsmedium sein an dem sich die Gemeinschaft ausrichten kann.
Frei! Neutral! Verbindlich! Klar!

Viele Grüße, Hans

Nachtschwärmer schreibt:
06. Februar 2018, 1:48

Ei, bester Hans, dann schalten Sie doch am besten wieder die "Aktuelle Kamera" ein, die zu DDR-Zeiten pünktlich19.30 über den Bildschirm flimmerte. Die hat so richtig Meinung gemacht, an der sich die "Gemeinschaft ausrichten" konnte. Sowas braucht kein Mensch mehr!! Und in den sogenannten unabhängigen Medien wird gelogen, was das Zeug hält! Da lob ich mir doch ARD und DLF (und die vielen tollen Zeitungen, die wir in diesem Lande haben). Und diese Knete für die GEZ drücke ich gern ab. Eine "Kehrtwende", wie Sie schreiben, verehrter Hans, braucht kein Mensch. Hetzer bleiben Hetzer, Verblödung bleibt Verblödung, und Lügen bleiben Lügen. Basta.

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