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Kopf hoch und Augen auf!

Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht. Lukas 21, Vers 28
Barbara Kästner
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Barbara Kästner ist Referentin der Kirchlichen Frauenarbeit in der Landeskirche Sachsens. © privat

Advent in der Stadt: die Menschen haben es eilig, sind bepackt mit Tüten und Taschen, nicht wenige beugen sich immer wieder über ihr Handy … Ich sehe viele ernste Gesichter, müde oder angespannt.

Und mitten im Advent erreicht uns Jesu Aufforderung: Seht auf und erhebt eure Häupter! Er setzt diese Worte in einer langen Rede über die Endzeit gegen all die Dinge, die den damals lebenden Menschen Angst machen.

Heute, über 2000 Jahre später, ist sie immer noch Teil unseres Lebens. Die Angst vor Terroranschlägen, vor der Klimakatastrophe, dem Hass in unserem Land. Und da sind unsere ganz individuellen Lebensängste: vor Arbeitsüberlastung, Nachlassen der Kräfte, Brüche in den Familien, schwerer Krankheit oder den falschen Erwartungen an mich oder andere.

All das engt unseren Horizont ein, ich drehe mich im Kreis meiner Befürchtungen. Aber Gott will mir eine neue Perspektive schenken: Kopf hoch, aufrichten, Augen auf!

Ich kann plötzlich weiter schauen, kann die Welt wahrnehmen in all ihrer Schönheit, das Gelungene und auch das, was schief läuft in meinem Leben und in der Welt. Und ich sehe die anderen Menschen neben mir, sehe ihre Freuden und Nöte!

Jesus sagt uns Erlösung zu. Das griechische Wort dafür bezieht sich auf das Freikaufen von Sklaven. Erlösung hat also etwas damit zu tun, frei zu werden.

Frei von Dingen und falschen Erwartungen, frei von Ängsten und Verunsicherungen.

Probieren Sie es das nächste Mal in der Stadt aus: Kopf hoch, Augen auf: Sie werden viel Gutes schauen, über Belangloses hinwegsehen können und dabei vielleicht Gott entdecken.

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2 Lesermeinungen zu Kopf hoch und Augen auf!
Gert Flessing schreibt:
08. Dezember 2017, 9:26

3 Gebeugt
Gebeugt sind wir von Lasten auf unserm Lebenspfad. Wir schauen nicht nach oben, sehen nicht, das uns naht, des Ewigen Erbarmen und seiner Liebe Glanz. Er kommt ja zu uns Armen und macht das Leben ganz.

Wir dürfen aufrecht gehen. Gott selbst richtet uns auf. Er lässt uns Hoffnung sehen auf unsres Lebens Lauf. Er will ja zu uns streben. Das Licht scheint in der Nacht damit wir Zukunft leben, hat er sich aufgemacht.

Lasst euch von ihm berühren und seinem Hoffnungslicht. Singt ihm zu Ehren Lieder, denn er verlässt euch nicht. Ihr seid in ihm geborgen und in dem Hoffnungsschein. Gott ist nah heut und morgen und wird es ewig sein. (Nach: „Die Nacht ist vorgedrungen...)
Ja. so dürfen wir leben.
Gert Flessing

Matthias Schollmeyer schreibt:
08. Dezember 2017, 20:43

Und Zeichen zogen auf am weiten Himmel,
verwandelt wurden Sonne, Mond und Stern.
Die Erde schüttelt sich und dem Getümmel

der Völkerschaften bange ward. Von fern
hört dunkel man gefährlich dumpfes Brausen,
Gebirge speien Feuer aus vom Kern.

Die Menschen zittern bange in dem Sausen
und jeder ängstigt sich vor einem Ding,
das kommen soll schon balde. Denn da draußen

zerriss sich selbst Äon den Himmelsring.
Der Sterne Ordnung grüßt nur noch verschwommen –
du also, Christ, frohlocke froh und sing:

'Der Menschensohn auf Wolken. Seht sein Kommen
mit Herrlichkeit im Glanze großer Kraft!'
Erhebt das Haupt und tut nicht so beklommen.

Zwar Anfang ist es nur, doch fast geschafft!
Erlösung naht, ihr müsst nicht mehr erröten,
Hoffnung erquickt wie roter Traubensaft.

Vergesst die Gram beim Klang der frohen Flöten,
wer konnte je die Mandelblüte töten?

Die Zweige - schaut euch an in diesen Tagen,
erkennet selbst: Der Sommer ist ganz nah.
Glaubt seinem Grünen mehr als euerm Zagen,

denn Gottes Reich ist unter euch schon da.
Vom Ende aus lässt er zum Anfang sehen,
den Menschensohn, den niemand bisher sah.

Die Erde mit dem Himmel wird vergehen,
mein Wort jedoch bleibt bis in Ewigkeit.
Wenn auch die Berge nimmer sollten stehen,

ob allem Wandel bleib ich Herr der Zeit.
Ihr müsst nichts fürchten, aber solltet wachen,
dass treffe euch mein Tag in hellem Kleid.

Denn vorher lässt´s der Böse richtig krachen.
Drum sehet zu, dass niemand euch verführ.
Es schlummert nicht der arge alte Drachen –

er lauert Tag und nachts an eurer Tür:
'Ich bin´s!' hört man verführerisch ihn sagen:
'Fallt nieder hier in Huldigung vor mir!'

Doch glaubt ihm nicht! Zu mir auf lichtem Wagen
der Wolken könnt ihr schau´n in diesen Tagen.

Quelle
DER SONNTAG, Nr. 49 | 10.12.2017 Artikel drucken Artikel im ePaper anzeigen
Tageslosung

Weh denen, die Unheil planen, weil sie die Macht haben!

(Micha 2,1)

Jesus rief sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein.

(Markus 10,42-43)

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