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Gott blickt hinter die Fassade

Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. Jesaja 42, Vers 3
Luise Schramm
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Luise Schramm
Luise Schramm ist Pfarrerin in Bad Schandau. © Foto: privat

»Ich schreibe hier den letzten Brownie aus als Preis für die tragischste Figur, den größten Verlierer, unter uns« verkündet Max in der Geburtstagsrunde. Die Gäste geben sich alle Mühe und erzählen offen: Bernie von seinem Job als Banker, von dem er nichts versteht und in welchem er nie befördert wird, Honey von ihrem Hang zu fiesen Typen. Bella sitzt im Rollstuhl und hat nun erfahren, dass sie keine Kinder bekommen kann. Und Williams Buchladen ist in den Miesen, er ist geschieden, sein Spitzname in der Schule war »Floppy«.

In dem Film »Notting Hill« von 1999 wird das Spiel »Mein Haus, mein Auto, mein Boot« – die Aufzählung von angeblichen Erfolgen, wie man sie vielleicht von Klassentreffen kennt – auf skurrile Weise ins Gegenteil verkehrt. Es ist eine eindrückliche Szene, weil angesprochen wird, was in unserer Leistungsgesellschaft meist hinter der Fassade verborgen bleibt.

Im Wochenspruch für die kommende Woche heißt es: »Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.«

Die ersten Christen sahen in dem Gottesknecht, von dem hier die Rede ist, Jesus. In vielen biblischen Geschichten wird geschildert, wie Jesus gestrauchelten Menschen ihre Würde zurückgibt und ihr Selbst- und Gottvertrauen stärkt. Sie ermutigen uns, diese Seite unseres Lebens nicht auszublenden, sondern anzunehmen. Denn sie sprechen von einer durch nichts zu erschütternden Wertschätzung unseres Lebens, so belastet und verletzt es ist. Auch derjenige, der den Brownie gewinnt, wird ermutigt, sein Leben unter der Zusage zu leben: »Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.«

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Quelle
DER SONNTAG, Nr. 35 | 3.9.2017 Artikel drucken Artikel im ePaper anzeigen
Tageslosung

Weh denen, die Unheil planen, weil sie die Macht haben!

(Micha 2,1)

Jesus rief sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein.

(Markus 10,42-43)

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